Ilja, ein gebürtiger Prager, hielt es in Prag jedoch nicht lange aus. Wohl weil es nicht sein Lebensziel war, friedlich einen festen Arbeitsplatz und ein regelmäßiges Einkommen zu finden, zog er nach Šléglov. Hier, im Schoß des Jeseníky-Gebirges, lernte er seine wundervolle Frau Maria kennen, und gemeinsam gründeten sie eine Familie mit vier Kindern.
Ich wage nicht zu erraten, was sein Ziel war, aber ich weiß mit Sicherheit, dass er ein begnadeter Schmied, akademischer Maler, Rennfahrer, Konstrukteur, ein unerschütterlicher Freund und vieles mehr war. Wer auf seiner Lebensreise Inspiration oder eine interessante Idee suchte, wurde in Šléglov 21 garantiert fündig.
Motorradrennen gehörten für die Zachovals zum Alltag. In den 1980er-Jahren nahm Ilja an regionalen Meisterschaften teil. Auf seiner in der Schmiede getunten Esu 350 fuhr er gegen die damals (unglaublich!) „stinkenden Zweitakter“, die die Rennstrecken beherrschten. Gleichzeitig repräsentierte er die Classic-Klasse. Sein Rennkalender war voll, fast jedes Wochenende verbrachte er im Depot, die Sonntage auf der Rennstrecke mit Vollgas.
Ilja hatte viele interessante Ideen und setzte viele davon in die Tat um. Von der Kriegsflucht durch vorgetäuschte Taubheit über den Betrieb eines Wasserkraftwerks bis hin zum Bau eines Vierzylinder-ČZ. Diese kühnen Ideen entstanden stets auf dieselbe Weise: meist spät abends, bei einer Tasse Schwarztee und dem Geruch von Tabak. Auch beim Projekt „Rennstrecke Kolštejn“ war es nicht anders.
Der 10. Kolšrejn-Rundkurs im Jahr 2007 war der letzte, an dem er aktiv teilnahm und den er organisierte. Seit 2008 wird er als Vermächtnis von Ilja Zachoval fortgeführt, und unser Wunsch ist es, die Rennen im Sinne von Iljas Ideen zu gestalten. Zumindest muss es versucht werden.





