Václav Parus – Krieger auf zwei Rädern

Viele Größen des Motorradrennsports begannen ihre Karriere auf Fahrrädern und wechselten erst später auf Rennmotorräder. Die dabei gesammelten Erfahrungen kamen ihnen später beim Bezwingen der leistungsstärkeren Maschinen zugute. Selbst Václav Parus, der Star des tschechischen Motorradrennsports, feierte seine ersten Erfolge im Radsport.

Václav Parus ist ein Wettkämpfer und vor allem ein Athlet mit Leib und Seele. Er entwickelte seine Fähigkeiten schon früh und da er stets sehr talentiert war, erreichte er in allem, was er tat, Höchstleistungen. Als Schüler spielte er Fußball für Slavia Prag und entdeckte nach dem Ausprobieren verschiedener Sportarten seine Leidenschaft für den Radsport. Es war kein Zufall, dass er mit 17 Jahren zum ersten Mal die Radrennbahn des Prager Nationalen Sportvereins (NSK) betrat. Dank seines Talents und seines Fleißes im Training stellten sich seine ersten Erfolge bereits in seiner Jugend ein. Auch die Presse wurde damals auf ihn aufmerksam.

Seine Leistungen und sein Talent blieben dem Radsportteam von Slavia nicht verborgen, und schon in den folgenden Jahren fuhr Václav Parus mit dem Slavia-Stern auf der Brust über die Radrennbahnen. Doch es war nicht nur sein Talent, sondern vor allem sein hartes Training, das Václav Parus zu den Besten machte.

Damals trainierte ich täglich auf der NSK-Bahn. Ich baute mir sogar ein Trainingsrad mit Widerstandsrollen für den Winter und trainierte selbst bei eisigen Temperaturen.

Seinen größten Erfolg in der Herrenkategorie feierte er am 13. August 1944 auf der Radrennbahn des Nationalen Skiverbandes (NSK), wo er sich den tschechischen Meistertitel im 50-km-Rennen sicherte. Dieser Sieg war von unschätzbarem Wert, wie Václav Parus selbst bezeugte: „Ich war nicht gut genug, um jede Woche zu gewinnen, aber in diesem Rennen um die tschechische Meisterschaft habe ich alles gegeben, und es hat einfach geklappt.“ Václav Parus bewies großen Kampfgeist und Hartnäckigkeit und konnte das anspruchsvolle Rennen für sich entscheiden. Wie die Fotos des Rennens zeigen, war der Sieg äußerst knapp. Nach fünfzig Kilometern auf der Radrennbahn entschied der Zielsprint. Nicht nur Radsportfans dürfte es interessieren, dass auch die spätere Radsportlegende Jan Veselý an diesem Rennen teilnahm. Die Atmosphäre des Rennens und die Art und Weise, wie Václav Parus gewann, werden am besten in einem Brief des damaligen Präsidenten des Radsportvereins Slavia Jarda Lenka an Václav beschrieben.

Fotobuch, das dem Gewinner des 50-km-Meisterschaftsrennens auf der NSK-Rennstrecke in Prag geschenkt wurde. Václav Parus und Jan Veselý. 1947 wechselte Václav Parus zum Motorradrennsport.

Seine Karriere war äußerst erfolgreich. Er war der erste Tscheche, der Punkte in der Motorrad-Weltmeisterschaft erzielte. Er nahm am härtesten Rennen der Welt teil und brachte sogar eine silberne Replika der Tourist Trophy von der Isle of Man mit nach Hause. Er gewann mehrere Grand Prix und wurde mehrfacher tschechoslowakischer Meister. Ich denke, dass er während seiner gesamten Rennkarriere Jarda Lenkas Motto gerecht wurde:

Gib alles, Vaška!

Anmerkung des Autors: Beim Durchblättern von Fotoalben mit Herrn Václav Parus stießen wir auf diesen Artikel:

Václav Parus kommentierte dies mit folgenden Worten: „Jiří Velc war ein Spartaner, mein großer Rivale. Er war ein hervorragender Reiter und außerdem ein guter Junge.“ Ich hatte also die Gelegenheit zu erfahren, dass Václav Parus nicht nur ein talentierter Fahrer war, sondern immer schon ein ehrlicher Sportler war und ist, der seinen Gegner respektiert. Leider werden diese Werte heutzutage oft vernachlässigt.